KANA 2015 - Zwei Männer mit Bart und ein Bischof als Gäste

Sehr bärtig ging es dieses Jahr beim Kanafest in Maria Roggendorf zu und Außenstehende stellten sich vermehrt die Frage, warum denn „Bärte“ heutzutage so beliebt zu sein scheinen. Schnell wurde den rund 100 jugendlichen Teilnehmern klar, dass es schon vor 600 Jahren Mode war, einen Bart zu tragen, denn nicht nur Dr. Johannes Maria Schwarz, sondern auch der diesjährige Speisemeister, der Hl. Bruder Klaus von der Flüe, nennen einen langen Bart ihr Markenzeichen.

Erstgenannter eröffnete das diesjährige Kanafest mit dem Feiern der Hl. Messe in der Basilika. Anschließend nutzten die Jugendlichen die Zeit bei herrlichstem Wetter zum Rosenkranz knüpfen, plaudern und Fußballspielen. Einige kühlten sich mit einem Eis ab und andere wiederum hatten sichtlich Spaß beim Spiel „Bibelthriller“, das heuer erstmals beim Kanafest angeboten wurde. Danach fanden sich wieder alle in der kühlen Basilika zusammen, um der Katechese von Dr. Johannes Maria Schwarz zu lauschen. Der Vizedirektor im Überdiözesanen Priesterseminar Leopoldinum Heiligenkreuz ging dabei vor allem den Fragen nach, wie uns Jesus erlöst hat und was uns im Himmel erwartet.

Gestärkt durch leckere Spaghetti und Kaiserschmarren beim Abendessen fieberten bereits viele dem Programmpunkt „Offen gesagt – Zeugen des Glaubens“ entgegen. Bei dieser Talkshow wurden ein junges Ehepaar, eine Klosterschwester und P. Johannes Maria Schwarz als Priester zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. Dabei wurde den Fragen nachgegangen, was denn Freiheit für die jeweiligen Personen bedeutete und ob diese denn nicht durch den Ehepartner oder die Klostervorschriften eingeschränkt wäre. Parallel dazu wurde das Leben des Hl. Bruder Klaus von der Flüe näher beschrieben, welcher seine zehn Kinder und seine Frau im Einvernehmen verließ, um in der Einöde Flüeli als Einsiedler Gott im Gebet dienen zu können. Kurzfilme zeigten die Orte, an denen der Heilige mit seiner Familie und später alleine lebte. P. Johannes Maria Schwarz fand dabei Parallelen zu seinem Leben, da er erst vor kurzem über ein Jahr lang zu Fuß von Liechtenstein nach Jerusalem und wieder zurück pilgerte und somit wie der Hl. Bruder Klaus ein einsiedlermäßiges Leben führte. In dieser Zeit ließ er sich auch den für ihn so typischen langen Bart wachsen, der ebenfalls an den Nationalheiligen der Schweiz erinnern lässt.

Nach dem Fußmarsch nach Marienfeld wurde dort eine sehr andächtige Stunde der Barmherzigkeit gestaltet, bei der die Jugendlichen die Zeit hatten, wieder ruhig zu werden und all ihre Probleme und Gedanken vor Gott hinzulegen. Es bestand dabei auch die Möglichkeit zum Empfang des Bußsakramentes. Beim Lagerfeuer ließen die Teilnehmer den Samstagabend bei Liedern und dem Verzehr von fruchtigen Cocktails ausklingen, bevor dann nochmals die Möglichkeit der Anbetung bestand.

In den Sonntagmorgen wurde mit dem leckeren Frühstück gestartet, das den jungen Erwachsenen wieder die fehlende Energie zurückbrachte. Beim anschließenden Morgenlob wurden schließlich auch die letzten Schlafmützen mit flotten Liedern aufgeweckt. Denn nun war wieder die Mitarbeit aller gefragt, es standen nämlich die Workshops auf dem Programm. Zwischen vier Workshops zu den Themen Maria, Berufung, Liebe und Ehe konnte gewählt werden. Unter den Workshopleitern befand sich auch DDr. Klaus Küng, der Bischof der Diözese St. Pölten, welcher mit den älteren Teilnehmern über die Ehe und die Familie ins Gespräch kam. Gemeinsam mit dem Bischof wurde im Anschluss daran auch die Hl. Messe gefeiert, der Höhepunkt des Kanafestes, welcher auch gleichzeitig den Abschluss bildete. Denn nach dem Mittagessen hieß es schon wieder Abschied nehmen, Zelte abbauen, Taschen packen und wieder die Heimreise antreten.

Daniela Semmelmeyer

Wie war KANA 2015 für uns?

"Am ersten Juliwochenende machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein mit einem leider nicht voll besetzten 50er Bus, aber gefüllt mit Vorfreude, von Linz auf zum Kanafest nach Maria Roggendorf.

Dieses Wochenende war geprägt von der Freude am Glauben und der Gemeinschaft mit Jugendlichen aus ganz Österreich.

Auf eine besonders interessante Art wurde uns das Leben des diesjährigen Speisemeister, Hl. Bruder Klaus von der Flüe, veranschaulicht.

Durch die interessante und auch lustige Katechese sowie durch die Workshops konnten wir unser Wissen erweitern. Ein besonderes Highlight war die Sonntagsmesse mit Bischof DDr. Klaus Küng.

Beim Barmherzigkeitsabend konnten wir unsere Sorgen und Nöte vor Gott bringen. Auch das Bußsakrament wurde rund um die Uhr angeboten.

Spiel und Spaß durften natürlich nicht zu kurz kommen, ob beim Bibelthriller, Slacklinen, Fußballspielen, Rosenkranzknüpfen oder einfach über Gott und die Welt Plaudern.

Ein besonderes Lob gilt wie jedes Jahr der Kanaband. Es ist immer total schön, mit diesen rhythmischen Liedern Gott zu loben und zu preisen. „Wer singt, betet doppelt.“, dieses Zitat fällt mir sofort dazu ein.

Für mich persönlich stellt das Kanafest immer wieder eine Stärkung für das Glaubensleben in der eigenen Pfarre dar und ich freue mich schon wieder auf KANA 2016!

Die Teilnehmer aus unserem Bus waren alle im wahrsten Sinne des Wortes beGEISTert. Auf der Heimfahrt führten wir ein paar Interviews. Hier ein paar Antworten:

Was hat dir am besten am Kanafest gefallen?

  • Hmm, am besten hat mir… ALLES gefallen.
  • Die Musik und die Gemeinschaft im Glauben.
  • Das Ministrieren bei den Messen.

Eines meiner Jungscharkinder hat mir eine Nachricht geschickt: „I hobs voi sche gfundn.“

Unser Ziel für nächstes Jahr ist, dass der Bus nicht nur mit Vorfreude gefüllt ist, sondern vor allem alle Plätze besetzt sind!"

Edel Maria Flatscher